Jugendschutz im Internet: Programm ist Schritt in die richtige Richtung

Zur positiven Bewertung eines Jugendschutzprogrammes durch die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik

Ich begrüße, dass es nun eine vorläufige, positive Bewertung der KJM zu einem Jugendschutzprogramm gibt. Damit wird Eltern endlich ein freiwilliges Instrument an die Hand gegeben, um das Risiko zu minimieren, dass der minderjährige Nachwuchs beim Surfen auf Seiten mit kinder- und jugendgefährdenden Inhalten stößt. Das Programm ist kostenlos. Eltern können dann ihre Kinder das Netz weitgehend selbstständig entdecken lassen. Gleichzeitig werden Webseitenbetreiber mit diesem freiwilligen Instrument nicht über Gebühr belastet.

Allerdings sind mit der Anerkennung von Filterprogrammen noch lange nicht alle Anforderungen beim Jugendmedienschutz gelöst. Solche Programme sind sicher geeignet, die Risiken für Kinder zu minimieren. Jugendliche jedoch lernen zum einen sehr schnell, solche Filter zu umgehen. Zum anderen stehen ihnen mit steigendem Alter meist eigene Geräte mit Internetzugang (Rechner, Smartphone oder ähnliches) zur Verfügung. Deshalb ist die Förderung von Medienkompetenz trotz eines solchen Programms weiterhin eine große Aufgabe für die Politik. Hier müssen unbedingt mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden und Konzepte nachhaltig und koordiniert angelegt sein.

Außerdem muss sich in der Praxis noch zeigen, ob sich das Programm bewährt: ob von Seiten der Anbieter die Bereitschaft zur Alterskennzeichnung steigt und vor allem, ob Eltern das Programm auch einsetzen. Wenn sich das Programm bewährt, ist die Politik aufgerufen, es bekannt zu machen, damit es von vielen Eltern wahrgenommen und genutzt wird. Es ist außerdem wichtig, dass transparent gemacht wird, was gefiltert wird und welche Quellen für die White- und Blacklists herangezogen werden.

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