MDR-Intendantenwahl: Für einen unabhängigen Rundfunk

Zur Nominierung von Bernd Hilder als MDR-Intendant durch den MDR-Verwaltungsrat erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik:

Den neuen Intendaten des MDR steht eine wahre Herkulesaufgabe bevor: Er muss den MDR-Stall ausmisten, die vergangenen Korruptionsfälle aufklären und für mehr Transparenz sorgen. Der vom Verwaltungsrat nominierte Kandidat Bernd Hilder ist für solch eine Aufgabe unter den denkbar schlechtesten Vorbedingungen ins Rennen geschickt worden: Widersprüchliche Wahlgänge und der Ruch der politischen Einflussnahme schwächen den Kandidaten schon jetzt.

Bernd Hilder gilt als Favorit der sächsischen Staatskanzlei und damit der CDU. Schlussendlich scheint ihn auch die CDU durch die Wahl geboxt zu haben. Unbeachtet seiner Qualifikation wird er es dadurch nach innen und nach außen schwerer haben. Die neutrale Rolle des Intendanten wird durch solche politischen Ränkespiele beschädigt.

Nach den vielen Affären im MDR wäre es ein gutes Signal gewesen, wenn der Verwaltungsrat einen unabhängigen Kandidaten präsentiert hätte. Auch hätte es der ARD sicher gut zu Gesicht gestanden, neben den einzigen beiden Intendantinnen noch von einer weiteren Frau vertreten zu werden.

Nun muss noch der MDR-Rundfunkrat den nominierten Kandidaten wählen. Die Mitglieder müssen nun gut abwägen, ob der nominierte Hilder derjenige ist, der den MDR aus dem Korruptionssumpf wieder herausziehen kann.

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