ARD hat Chance für Jugendsender verpasst!

Die Vorsitzende der ARD, Monika Piel hat heute im Rahmen des 3. Gremienvorsitzendenkonferenz-Forums in Köln vorgestellt, wie die ARD zukünftig junge Leute besser erreichen möchte. Hierzu erklären Tabea Rößner, medienpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN, und Malte Spitz, Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN.

Die Pläne von Frau Piel bedeuten vor allem eins: Sie sind die Absage an einen Jugendkanal der ARD. Genau das fordern wir aber und haben dazu ein Papier bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Medien und Netzpolitik bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verabschiedet. Es gibt durchaus positive Beispiele für das Erreichen neuer Zielgruppen. Das beweist der Erfolg vom KiKa oder der Aufbau der Jugendwellen Anfang und Mitte der 90er Jahre. Für ein solches, neues Angebot braucht der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch geeignete finanzielle Mittel.

Wir begrüßen, dass der WDR und der SWR innerhalb ihrer Sender Gelder für Formate bereitstellen, die an Jüngere gerichtet sind . Wir befürchten aber, dass die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer diese Sendungen in den Dritten und Spartenprogrammen niemand findet. In einem Geschäft für Seniorenkleidung würde sich nun auch kein Jugendlicher verirren, um nach einem T-Shirt für die nächste Party zu suchen. Und hier geht es nicht um Produkte wie Jeans, hier geht es um eine Grundlage der Meinungs- und Willensbildung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll informieren, unterhalten, bilden und das Angebot soll für alle etwas bieten. Deshalb ist es so wichtig, dass er junge Menschen erreicht.

Wenn die ARD beschließt – was uns freut – zukünftig mehr Angebote für jüngere Menschen anzubieten, warum zeigt sie diese nur bei EinsFestival? Wenn, wäre es nur konsequent, EinsFestival als offiziellen Jugendsender auszubauen.

Generell sollten Jugendangebote aber auch nicht aus dem Vollprogramm verschwinden. Wenn im Ersten Angebote auch für Kinder und Jugendliche laufen, dann wachsen junge Menschen damit heran und bleiben dem Sender eher treu. Das wäre eine Entscheidung für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der auch in Zukunft noch von den jetzt heranwachsenden Jugendlichen finanziell getragen werden soll.

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