„KMW soll Projekt beerdigen“

Die Stadtwerke Hannover sind nach Berichterstattung der Frankfurter Rundschau aus dem Neubau eines Kohlekraftwerks in der Anlage Staudinger ausgestiegen. Nach Firmenangaben ist die 300 Millionen Euro Investition (Stadtwerke-Anteil) zu riskant. Das könnte ein Fingerzeig für Mainz bedeuten.

Die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner: „Die Zeichen mehren sich, dass neue Kohlekraftprojekte auch wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll sind. Ökologisch und energiepolitisch waren sie es schon lange nicht mehr. Die Stadtwerke Hannover sind bei weitem nicht die ersten, die das Risiko einer Investition scheuen.“

Vor dem Hintergrund muss das offiziell auf Eis liegende Kohlekraftwerksprojekt in Mainz neu bewertet werden, meint Rößner: „Der Vorstand der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) sollte jetzt endlich den Schritt gehen und den Bau auch offiziell für tot erklären. Damit würde die KMW für Planungssicherheit sorgen, den demokratischen Willen in Mainz und Wiesbaden akzeptieren und sich und den Gegnerinnen und Gegnern des Projektes viel Geld für teure Rechtsverfahren ersparen.“

Rößner weiter: „Der KMW-Vorstand mag 2004 überzeugt gewesen sein, dass das Kohlekraftwerk wirtschaftlich sinnvoll sei. Seitdem haben sich aber die Rahmendaten geändert: Gas ist nicht so teuer, wie befürchtet – Kohle nicht so günstig, wie erhofft. CO2-Zertifikate in Millionenhöhe müssen für den Betrieb von Kohlekraftwerken gezahlt werden. Und die Erneuerbaren Energien sind schneller ausgebaut worden als erwartet. Zudem haben CDU und FDP mit der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke Fakten geschaffen – zumindest vorläufig. Angesichts dieser geänderten Rahmenbedingungen sollte der Vorstand jetzt über seinen Schatten springen und das Mainzer Kohlekraftwerk endgültig beerdigen“, so Rößner abschließend.

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