Neuer Regierungssprecher Seibert: Miserables Signal für die Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Zur Entscheidung Steffen Seiberts, zukünftig als Regierungssprecher für Bundeskanzlerin Angela Merkel zu arbeiten, erklärt Tabea Rößner, medienpolitische Sprecherin:

Steffen Seiberts neuer Job als Regierungssprecher beschädigt das Bild eines staatsfernen öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein weiteres Mal. Als Moderator der Nachrichtensendung heute und damit als Anchorman des ZDF hat Seibert Überparteilichkeit repräsentiert. Sein Gang ins Kanzleramt hinterlässt einen faden Nachgeschmack, der auf das ZDF abfärbt. Das ist nach der Personaldebatte über Nikolas Brender nicht nur für das ZDF fatal. Dieses Bäumchen-Wechsel-dich-Spiel von Seibert und Wilhelm erschüttert so erneut den Glauben der Gebührenzahler an die Unabhängigkeit von ARD und ZDF und schadet der Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Auch wenn fast alle Regierungssprecher bisher einen journalistischen Hintergrund hatten, ist es doch etwas anderes, wenn sie vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommen. Dieser soll, stärker als Zeitungen, unabhängig, überparteilich und nicht tendenziös sein.
Die Unabhängigkeit von ARD und ZDF kann noch so oft in Rundfunkstaatsverträgen, Leitlinien und Intendanten-Reden festgehalten werden: Letztendlich vertreten Gesichter der Sender diese Vorgaben, daher haben diese zum Teil sehr prominenten Personen wie Moderatoren auch eine besondere Verantwortung.

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