Absprache bei ProSiebenSat1 und RTL schröpt die Zuschauer

Zum Verdacht auf unerlaubte Absprachen bei der Verschlüsselung der Digitalprogramme zwischen ProSiebenSat1 und RTL erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik:

Durch das Vorgehen von ProSiebenSat1 und RTL werden die Zuschauerinnen und Zuschauer mehrfach geschröpft. Wir alle finanzieren durch unseren Konsum und den resultierenden Werbeeinnahmen private Rundfunkprogramme. Im Falle von Kabelnutzung müssen Kabelgebühren gezahlt werden. Und jetzt soll auch noch für die Entschlüsselung gezahlt werden. Im Falle einer koordinierten Absprache ist das unverschämt gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern und bremst den Fortschritt des digitalen Fernsehens.

Die Verschlüsselung von Vollprogrammen ist alles andere als nutzerfreundlich, vor allem wenn Anti-Werbeblocker und Kopierschutzfunktionen verwendet werden. Wer für sein Programm schon so viel zahlt, muss wenigstens eine Privatkopie davon machen können. Diese darf auch nicht andauernd von Werbung unterbrochen sein.

Wir begrüßen, dass das Kartellamt aktiv geworden ist und das Vorhaben der Rundfunkunternehmen genau unter die Lupe nimmt. Wenn wir das digitale Fernsehen voran bringen wollen, muss es den Zuschauerinnen und Zuschauern mehr Vor- als Nachteile bieten. Die Aktionen von ProSiebenSat1 und RTL bewirken jedoch das Gegenteil.

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